Eine Welt Kreis
Am 15. Mai 1984 fanden sich 13 Frauen und Männer zu einem Gesprächskreis zusammen. Beeindruckt von der wachsenden Not der Menschen in der sogenannten
DRITTEN Welt wollte man versuchen, die Gründe für die Ungerechtigkeitsstrukturen
in dieser Welt herauszufinden. Es ergab sich ein Riesenkomplex von undurchsichtigen Zusammenhängen, der aufzuschließen war. Jeder Teilnehmer brachte sich soweit er
konnte ein. Die gewonnenen Erkenntnisse zeigten, daß bei allem Tun und Denken es letztlich nicht um eine DRITTE Welt geht sondern um unsere EINE Welt.
Inzwischen fühlen sich über 30 Frauen und Männer aus allen Gruppierungen der
beiden Gemeinden dem Kreis zugehörig.
In all den Jahren ging es dem Arbeitskreis darum:
- durch Gespräche und Informationen gemeinsam zur tieferen Bewußtseinsbildung
in den Gemeinden St. Andreas und Jakobus sowie im persönlichen Umfeld
beizutragen
- die Andersartigkeit der Menschen in anderen Teilen der Welt schwerpunktmäßig
in Brasilien kennenzulernen um deren Probleme besser verstehen zu können
- durch den Verkauf von FAIR gehandelten Produkten (GEPA) zum Aufbau und
Erhalt von Selbsthilfegruppen/Genossenschaften in den Entwicklungsländern
beizutragen
- durch den Verkauf von Waren der DAHW einen Beitrag zur Bekämpfung der
größten Geißeln der Entwicklungsländer Lepra und Tuberkulose - zu leisten
- gezielt pastorale, landwirtschaftliche und Alphabetisierungs-Maßnahmen
der Franziskaner in Nord-Ost-Brasilien zu unterstützen und einen Gedankenaus-
tausch mit ihnen zu pflegen, unter dem Aspekt, daß Mission (d.h. Sendung) heute
bedeutet: Den Menschen den Frieden zu bringen und ihnen die Liebe und
Verbundenheit Gottes mit seiner Schöpfung erfahrbar zu machen
- die Armen in ihrem Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben zu bestärken
- in den Menschen das Gefühl der Solidarität zu entwickeln und mehr Gerechtigkeit
zu schaffen
- nicht von unseren Problemen abzulenken, sondern deutlich zu machen, daß es
in anderen Teilen der Welt noch größere gibt
- nach Wegen zu suchen, wie man als christliche Gemeinschaft auch durch
Verändern der eigenen Lebensweise für eine gerechte Welt wirken kann.
Auf Initiative des Arbeitskreises unterstützten (und unterstützen) unsere beiden Gemeinden die Partnergemeinde in Piri Piri auch finanziell:
- durch die Spendenaktion teilen verbindet wurde in den Jahren 1993 bis 1996
(20.000.- DM) der Bau des Gemeindezentrums Sta. Clara finanziert
- die Aktion teilen verbindet ermöglichte es, von 1997 an ein weiteres großes
Projekt Novo Animo (Neuer Mut) der dortigen Gemeinde finanziell zu
unterstützen.
Unter der Bezeichnung Novo Animo werden drei soziale Schwerpunkte erfaßt:
- gestrandeten Frauen und Mädchen wurde die Möglichkeit eröffnet durch die Herstellung von Tees und Naturmedizinen ihren Lebensunterhalt zu
verdienen; mit der Finanzierung und Einrichtung eines Gebäudes wurden
die notwendigsten Voraussetzungen hierfür geschaffen
- drogenabhängige Jugendliche werden in einer besonderen Anlage - weit entfernt
von der Gemeinde bzw der Stadt - betreut; durch diese Abgeschiedenheit soll ihnen
der Ausstieg aus der Sucht erleichtert bzw. erst möglich gemacht werden
- seit einiger Zeit wird die Arbeit mit behinderten Kindern, die bislang von den
Familien weggeschlossen wurden, forciert
Bisherige Aktivitäten des Arbeitskreises:
- monatliche Treffen mit Gesprächen u. a. über entwicklungspolitische Themen mit
Gastreferenten und gruppen (Pax Christi, anderen Dritte bzw Eine Welt-Gruppen,
terre des hommes sowie mit Referenten aus dem eigenen Kreis
- Gestaltung von Gottesdiensten in beiden Gemeinden zum Thema Entwicklungspolitik
- Gestaltung und Durchführung der jährlichen entwicklungspolitisch geprägten
Fastensonntage und essen im Gemeindezentrum, unter Berücksichtigung des
jeweiligen Jahresschwerpunktthemas von Miserior
- 1985 Bau eines Verkaufswagens für den sonntäglichen Produktverkauf
- seit 1986 Verkauf unserer Produkte sowie von handwerklichen Arbeiten auf dem
Weihnachtsmarkt in Hagen-Boele
- 1988 Bau eines überdachten Verkaufsstandes (Hütte) für den Boeler
Weihnachtsmarkt
- Präsentation und Verkauf der Produkte auf den Sommerfesten sowie auf
dem Advendtsbasar
- Durchführung/Gestaltung des Osterbasars unter Mitwirkung weiterer Gruppen
des ökumenischen Zentrums
- Unterschriftenaktionen zu den unterschiedlichsten Themen, die speziell PiriPiri
betrafen
- Mitarbeit im NORD SÜD FORUM Hagen und Gedankenaustausch mit
Gruppen aus diesem Kreis
- seit 1985 kontinuerliche Zusammenarbeit und Gedankenaustausch mit den
Franzikanern in Piri Piri anläßlich ihrer Besuche teilweise in Begleitung von
Brasilianern, z.B. Gewerkschaftlern, Lokalfunkredakteuren
- 1986 Besuch in der Miserior-Hauptgeschäftsstelle in Aachen, verbunden mit
Informationen über deren Arbeitsweise
- seit 1989 in eigener Regie durchgeführte Wochenendseminare in Soest, Günne
oder im Gemeindezentrum mit gesellschafts- und entwicklungspolitischen
Schwerpunktthemen
- 1989 Informationsgespräch mit dem Botschaftsrat der Brasilianischen Botschaft,
der einer Einladung des Kreises gefolgt war
im gleichen Jahr: Ausstellung Die Erde unser gemeinsamer Garten
- Dezember 1990 vorübergehender Verkauf in einem leeren Geschäftsraum
im Helfer Einkaufszentrum
- 1991 Gestaltung und Durchführung der Regenwaldwoche
- Organisation und Durchführung von Kulturveranstaltungen im Zentrum mit
Musik- Theater- und Kabarett-Gruppen, wie z.B. Der andere Chor (1991),
Jonathan (1994), Grupo Sal (1998) sowie Filmen aus Brasilien u.a. von und
mit Leonardo Boff (1989); außerdem ein Literaturabend zu Werken von
Ernesto Cardenal
- 1996 mit der Ausstellung Jeder Tropfen zählt macht der Eine Welt-Kreis
erstmals auf die Wasserproblematik aufmerksam
von diesem Jahr an Engagement für die Umsetzung der lokalen Agenda 21
im Ortsteil Helfe
- 1997 Initiative zur Zusammenkunft einer Stadtteilkonferenz
- 1998 Beteiligung an der Projektwoche zum Thema Kostbares Gut Wasser
- angeregt durch die Aktion flower label wird eine Ausstellung
im Zentrum organisiert, die sich mit den katastrophalen Bedingungen in den
süd- und mittelamerikanischen Gewächshäusern und Plantagen beschäftigt
Projekte des Arbeitskreises
- 1986 1988 Beschaffung von Pflügen bzw. Gespannen für die Kleinbauern
- 1988 2001 Abandonados = Die Weggeworfenen
Dona Vicenca, eine pensionierte Lehrerin, organisierte für die Straßenkinder
in Piri Piri zunächst eine Unterkunft und sorgte gleichzeitig dafür, daß sie auch
eine Schule besuchen konnten
- 1998 2005 Wasserprojekt finanzielle Hilfe zur Sanierung von Brunnenanlagen,
auch mit Unterstützung des Rates der Stadt Hagen
- 2001 baw. Steinbruchkinder
den Eltern der Kinder wird deren Tagesverdienst den die Familien dringend
zum (Über) - Leben benötigen ausgezahlt und die Kinder können somit die
Schule besuchen
Schulgeld und material werden ebenfalls finanziert
- 2004 baw. Caransebes / Rumänien
die Kinder eines Armenviertels werden von den Franziskanerinnen von
Salzkotten mit dem Nötigsten versorgt
- 2006 baw. Kivumu / Ruanda
den Aidswaisen dieses Gebietes Kinder im Alter von 13 Jahren sind bereits
Haushaltsvorstände - soll eine Überlebenschance geboten werden
Lebensmittel aber auch Schulgeld und material sind dringend erforderlich
Durch das stärkere Zusammenwachsen der einzelnen Weltreligionen (Globalisierung)
haben auch christliche Gemeinden eine weltweite Verantwortung.
Der Arbeitskreis EINE-WELT sieht sich deshalb stellvertretend für die Gemeinden
im ökumenischen Zentrum gefordert, sich auch weiterhin mit neuen Ideen und
Aktionen zu engagieren.
Er möchte Gleichgesinnte ermuntern, in dem Arbeitskreis mitzuarbeiten oder andere
Formen eines entwicklungspolitischen Engagements zu finden.