Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde das Haus am 19. September 2004 eingeweiht. Die Paul-Gerhardt- Kirchengemeinde und das Diakonische Werk Ennepe-Ruhr/Hagen bringen seitdem Gemeinderäume und einen Kindergarten/Kinderhort in den umgebauten und erweiterten Räumen unter.
Folgende Angebote gibt es in der "Oase Loxbaum": Angebote für Kinder im Alter von vier Monaten bis 10 Jahren, Singkreise, Beratung für Jugendliche, Abendandachten und Gottesdienste.
Alle sind sich einig: Die "Oase Loxbaum" ist ein wunderschönes Haus. Nun gilt es aber auch, das Zusammenleben gemeinsam auszurichten. Was bedeutet es eigentlich, eine gastfreundliche Hausgemeinschaft zu sein? Welche Auswirkungen hat das Hauskonzept im Stadtteil und für die Gruppen und Menschen im Haus.
Die Projektgruppe ermutigt alle Gruppen, sich gegenseitig einzuladen und besser kennen zu lernen. Vielleicht gehen gerade Gruppen aufeinander zu, die sich bisher noch nicht so genau wahrgenommen haben.
Die nachfolgenden Überlegungen sind erwachsen aus Treffen der Gruppe "Konzeptentwicklung" am 29. März, 16. Mai, 01. August, 10. Oktober und 28. November 2003. Sie haben Entwurfcharakter und sollen in ein gemeinsames Konzept von Kindereinrichtung und Gemeinde münden. Die Diskussion in der Projektgruppe bzw. bei gemeinsamen Treffen von Vertreterinnen und Vertretern der Kindereinrichtung und des Presbyteriums müssen folgen.
Bestimmte Aspekte des Punktes 2.2 (Angebotsstruktur) sind dem Presbyterium auf seinen Sitzungen am 13. Oktober und 01. Dezember 2003 vorgestellt worden. Ab dem 06. März 2004 werden Mitarbeiterinnen der Kindertageseinrichtungen und Vertreterinnen der Paul- Gerhardt- Kirchengemeinde Gespräche über ein gemeinsames Konzept führen.
Die enge Verbindung einer vom Diakonischen Werk getragenen Kindertageseinrichtung und eines Gemeindehauses knüpft im Stadtteil Loxbaum an die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg an: In enger Nachbarschaft haben Innere Mission und Kirchengemeinde sich seit 1947 auf dem Gelände des ehemaligen Reichsarbeitsdienstlagers eingesetzt für Flüchtlingsfamilien und hilfsbedürftige Einzelpersonen und Familien.
Das Presbyterium der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde hat im Sommer 2000 beschlossen, diese Arbeit am Loxbaum trotz der herrschenden Akzeptanz- und Finanzkrise der Evangelischen Kirche insgesamt und unklarer Zukunftsperspektiven von Kirchenkreis und Gemeinde fortzusetzen. In Zusammenarbeit mit dem Diakonische Werk und den Nachbargemeinden soll im zweiten Pfarrbezirk sozialdiakonische Arbeit fortgeführt werden.
Auf Wunsch des Diakonischen Werkes Hagen/Ennepe-Ruhr und der Evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Hagen entsteht so durch Um- und Erweiterungsbau im Hagener Stadtteil Loxbaum das "Haus für Kirche und Diakonie".
Durch Zusammenführung eines jeweils dreigruppigen Kindergartens und Kinderhorts entsteht eine fünfgruppige Kindertageseinrichtung in Trägerschaft des Diakonischen Werkes. Diese wird baulich eng verbunden mit dem sanierten Gemeindehaus des 2. Pfarrbezirkes der Evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde.
Durch einen vergleichsweise hohen Anteil an Migranten, Sozialhilfeempfängern und Kindern und Jugendlichen werden auch an die Arbeit der evangelischen Kirchengemeinde besondere Anforderungen gestellt. Neben der Fortführung der traditionellen Gemeindearbeit (Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von: Gottesdiensten, Amtshandlungen, Gruppenstunden, Kirchlichem Unterricht, Angeboten für Kinder und Jugendliche, Seelsorge durch Besuchsarbeit und Einzelfallhilfe) soll das neue Haus verstärkt die Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen im Stadtteil ermöglichen.
Die Zusammensetzung der Bevölkerung und der große Erneuerungsbedarf (Umwandlung der Notunterkünfte in Mietwohnungen; Neugestaltung der öffentlichen Wege, Plätze und Flächen; Schaffung von Räumen für größere Veranstaltungen) fordern die Ausrichtung an sich ändernden Rahmendaten, die Fortführung und den Ausbau sozial-diakonischer und familienfreundlicher Arbeit und die kontinuierliche Zusammenarbeit mit allen Gruppen und Einrichtungen im Stadtteil.
Besondere Bedeutung kommt dabei der verlässlichen Zusammenarbeit aller haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitenden im Hause zu. Der Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag der Kindereinrichtung und die Verpflichtung der Gemeinde zur Verkündigung des Evangeliums, zu Seelsorge und diakonischer Arbeit (vgl. KO 8) lassen sich am besten umsetzen, in dem der Begegnung von Menschen unterschiedlicher sozialer, kultureller und religiöser Herkunft Raum gegeben und solche Begegnung begleitet und gefördert wird.
Um die Begegnung von unterschiedlichen Mensche zu ermöglichen, ihr Raum zu geben und sie zu fördern bedarf es einer Gestaltung des Zusammenlebens und einer Grundhaltung aller Beteiligten, die offen ist für religiöse Erfahrungen und unterschiedlicher Positionen. In einer pluralistischen Gesellschaft kann die friedliche/gewaltfreie Begegnung mit Menschen anderen Glaubens als Bereicherung verstanden werden. Zugleich ist dadurch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben und die Entwicklung eines evangelischen Profils gefordert. Die Ausrichtung im "Haus für Kirche und Diakonie" soll im Dialog mit Gott und den Menschen gastfreundlich sein und solche Auseinandersetzung und Entwicklung im Hinblick auf den Einzelnen und die Gemeinde ermöglichen.
Da allen Menschen am Loxbaum im "Haus für Kirche und Diakonie" ein Stück Heimat angeboten werden soll, braucht es in besonderer Weise der ökumenischen, diakonischen und kulturellen Ausrichtung der Arbeit und des Zusammenlebens. Diese Arbeit soll durch eine Stiftung begleitet und gefördert werden. Die Offenheit in der Begegnung mit Gott und den Menschen kann Vertrauen schaffen und eigenverantworliches Leben ermöglichen. Die evangelische Kirchengemeinde will offen für Menschen in Not sein und ein Zusammenleben fördern, dass von gegenseitiger Wertschätzung und dem Einsatz für Gerechtigkeit geprägt ist.
Die Zusammenarbeit von Kindereinrichtung und Kirchengemeinde soll eine gemeinsame Jahresplanung, Projekte und die Umsetzung eines Jahresthemas umfassen. Außerdem sollen gemeinsame Aktivitäten zum Stadtteil hin durchgeführt werden. Die wechselseitige Nutzung von Räumen der Gemeinde- bzw. der Kindertageseinrichtung soll nach Absprache möglich sein. Nach Möglichkeit sollen auch dritte die Räume nutzen/mieten können. Voraussetzung ist die Übereinstimmung mit den Absichten und Zielen der Beteiligten und der Hausordnung. In geeigneter Form sollen regelmäßige Absprachen zwischen haupt-, neben- und ehrenamtlich Mitarbeitenden stattfinden. Dabei können jeweils neue Zielvorstellungen formuliert werden.
Die Begleitung vorhandener und neu entstehender Gruppen soll gemeinwesenorientierte und interkulturelle Aspekte einschließen. Dabei soll die ehrenamtliche Mitarbeit und die Selbstorganisation besonders gefördert werden. Die Gottesdienste und Andachten können exemplarischen Charakter hinsichtlich Zielgruppe; Form; Zeit und Rhythmus haben. Meditations- u. Besinnungsangebote können an den Öffnungszeiten der Einrichtung (Eröffnung, Abschluss o.ä.) ausgerichtet sein.
Entstehungsgeschichte, Rahmenbedingungen und die Leitgedanken sind bei der Umsetzung ebenso zu berücksichtigen wie die geringer werdenden finanziellen Mittel aller beteiligten Partner. Zum anderen besteht eine Unsicherheit in der personellen Besetzung. Derzeit gesichert ist Wiewiorka (bis 2004), Grote (bis 2007).
a) In den kommenden beiden Jahren soll folgende verlässliche Angebotsstruktur aufgebaut werden:
- an jedem ersten Sonntag im Monat und vier mal im Jahr an besonderen kirchlichen Festtagen bzw. an wichtigen Punkten im Jahreskreis (Beispiele: Weihnachten, Jahresabschluss, Ostersonntag, Erntedank) sollen familienfreundliche Gottesdienste durchgeführt werden. Dabei ist die Verbindung mit einem gemeinsamen Essen wünschenswert.
- eine "Wochenschlussandacht" am Freitag, die unter Beteiligung von Gemeindegliedern organisiert und durchgeführt werden soll.
- ein "Morgen-Singen" am Montagvormittag. Ziel ist die enge Zusammenarbeit mit den Kindern und Mitarbeitenden der Kindertageseinrichtung. Das Angebot ist offen für alle interessierten Menschen im Stadtteil.
- an besonders ausgewiesenen Tagen sollen in der Kapelle Taufen und Hochzeiten stattfinden können.
- der Kirchliche Unterricht soll Jugendliche mit dem Haus vertraut machen.
- insgesamt ist natürlich die Koordination der Aktivitäten auf Parterreebene und die regelmäßige Absprache mit den Mitarbeitenden der Kindertageseinrichtung zwingend notwendig
b) Nach Möglichkeit soll darüber hinaus folgendes vorgehalten werden
- weitere Angebote für Jugendliche, Seelsorge durch Besuchsdienste, Einzelfallhilfe, angeleitete Gruppenarbeit u.ä. müssen sich nach den personellen Möglichkeiten richten.
- überhaupt ist die ehrenamtliche und selbstorganisierte Organisation und Durchführung von Angeboten und Aktivitäten unbedingt erforderlich. Dabei kann in der Regel nicht die Bedarfsdeckung Ziel sein, sondern es geht um exemplarische Angebote mit Modellcharakter (z.B. Bürgerversammlungen, Wahllokal, Selbsthilfegruppen, Kleinkunst, Ausstellungen u.ä.).
| Die beiden Gruppenräume laden auch durch ihre warme Farbgebung zu Beratungsgesprächen, Gruppenstunden und Singkreisen ein. Im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst am ersten Sonntag im Monat besteht hier die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Mittagessen und zur Begegnung. | ![]() |
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Den Gottesdienstraum
schmücken zwei Glasreckeckfenster des Künstlers Jörgen
Habedank, die bei der Glasmalerei Peters in Paderborn angefertigt
wurden.
Zur Zeit trifft sich die Gemeinde am jeweils ersten Sonntag des Monats zum Gottesdienst mit anschließendem Mittagessen. Am Freitagabend besteht jede Woche die Gelegenheit, an der Abendandacht "Nachklang" teilzunehmen. Sie beginnt um 18:00 Uhr und dauert etwa eine halbe Stunde. Vorher und nachher besteht die Gelegenheit zur Begegnung. |
Im Herbst 2004 präsentierte sich die Oase Loxbaum in fertigem Zustand: Die Gruppen treffen sich seitdem wieder regelmäßig und neue Angebote (ein Männerkreis; ein Deutschkurs; das Basteln von Strohsternen) werden geplant bzw. laufen schon (5 vor 12: Kontaktstunde zwischen 11:45 Uhr und 12:45 Uhr). |
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Das Foyer wird künftig der Eingangsbereich für das gesamte Haus sein: Hier sollen Besucher und Besucherrinnen von Gemeindegruppen, Eltern und Kinder einander über den Weg laufen. Aus der Kinderbücherei können Spiele und Bücher ausgeliehen werden, bei Tee oder Kaffee sollen Menschen miteinander ins Gespräch kommen. |
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Das Foyer (links) verbindet die Kindereinrichtung und die Gemeinderäume. Es ist gewissermaßen die Gelenkstelle zwischen den unterscheidbaren, aber nicht mehr trennbaren "Teilen". |
| Die Ansicht vom Heckenweg zeigt die Schwierigkeiten, denen sich die Architekten stellen mussten. Die rund 1400 m² umbauten Raumes sind auf 5 Ebenen untergebracht. |
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Die Kinderzeichnung zeigt, wie das Foyer die Räume von Kindereinrichtung und Gemeinde verbindet. |